Gesucht: Leader in the Digital Age – Award und Verlosung

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Heute bei uns als Gastautor: Dr. Willms Buhse. Er ist Experte für Digital Leadership & Enterprise 2.0 und Gründer von doubleYUU, einem Beratungsunternehmen spezialisiert auf die Einführung von Prinzipien des Web 2.0 in Unternehmen.  Er stellt die Verleihung des Leader in the Digital Age Awards vor und lässt für unsere Leser gleich noch zwei Karten für das Event springen.

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“Die Netzkultur prägt Wettbewerb und Gesellschaft. Sie verändert Menschen, die in Unternehmen arbeiten oder einmal dort arbeiten sollen und sie verändert das Management. Führungsmodelle, die in der Vergangenheit funktioniert haben, stoßen in Zeiten, in denen aktuell Offenheit, Agilität, Vernetzung und Partizipation vielfach eher als Handlungsmaximen eine Erfolgsgarantie mit sich bringen als traditionelle Vorgehensweisen, an ihre Grenzen.

Der Leader in the Digital Age Award, der auch in diesem Jahr wieder im Rahmen der CeBIT in Hannover verliehen wird, zeichnet Macher und Manager aus, die in Zeiten des Umbruchs vertraute Führungsmuster und gewohnte Bahnen couragiert verlassen und auf neuen Wegen erfolgreich sind. Neue Formen der Vernetzung und der Zusammenarbeit sind dabei immer wieder kehrende Erfolgsmuster, die wir bei allen Gewinnern beobachten. Preis-Gewinner sind Menschen wie Cordelia Krooß, die als interne Kommunikationsmanagerin in einem Unternehmen durch den Aufbau des Netzwerks connect. BASF dafür sorgt, dass die 109.000 Mitarbeiter in über 80 Ländern mit fast 400 Produktionsstandorten ihr Wissen auch austauschen und sich vernetzen. Oder ein Auto-Visionär wie Jay Rogers, der Gründer von Local Motors darauf setzt, dass eine Online-Community effizienter Autos entwickeln kann als Heerscharen von Ingenieuren. Wer diese Auszeichnung in 2013 mit an den Schreibtisch nehmen wird, erfahren Sie auf der exklusiven Preisverleihung am 06. März im NordLB Forum in Hannover.

Das Thema Interne Vernetzung und Zusammenarbeit bietet – auch vor diesem Hintergrund – dagegen einiges an Potential für Personalverantwortliche, die ihre Arbeit besser als nur ganz gut machen wollen. Über Social Media Kanäle Mitarbeiter zu rekrutieren sollte inzwischen Alltag sein – das gilt auch für Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Das bedeutet aber auch: Über Facebook und Co. nach neuen Talenten zu suchen ist also kein besonders prägnantes Differenzierungsmerkmal mehr. Was die Mehrheit der Unternehmen macht, gehört irgendwann zum guten Ton und wird zur Pflichtdisziplin, hilft aber nicht, aus der Masse herauszustechen. Und wenn Unternehmen Talente über Social Media-Kanäle suchen: Versprechen sie den Bewerbern damit nicht auch, dass sie die Werte, die sie nach Außen hin präsentieren – offen kommunizieren, vernetzt denken und so weiter – auch im Inneren leben? Was passiert, wenn die Digital Natives die Rekrutierungsphase durchlaufen haben und der Arbeitsvertrag unterschrieben ist?
Durch die positiven Erfahrungen, die Bewerber in Bezug auf die Nutzung von Social Media durch die Personalbereiche machen, assoziieren sie eine Kultur, die Werte wie Vernetzung, Offenheit, Partizipation und Agilität fördert. Diese Erwartung stößt auf hierarchische Organisationsstrukturen und Führungsverständnisse aus dem Industriezeitalter.

Schlanke Social-Business-Anwendungen wie Chatter oder Yammer, die nach einer Facebook-artigen Logik und im Look and Feed des weltgrößten Sozialen Netzwerks daher kommen, sind dagegen bei weitem nicht in allen Unternehmen im Einsatz, Sie  haben aber, wie auch interne Vernetzungslösungen auf Basis von Plattformen wie SharePoint, Jive oder IBM Connections das Potential, die interne Kommunikation optimaler zu gestalten und die Zahl der E-Mails zu senken.

Doch diese Tools vernetzen nicht nur und stellen die Zusammenarbeit auf eine zukunftsfähige Basis. Zugleich steigt auch die Mitarbeiterzufriedenheit; McKinsey gibt an, dass sich die Zufriedenheit durch die Einführung von Social Software um 37 Prozent verbessert.

Für Personaler ergeben sich mit der Einführung derartiger Lösungen viele Vorteile. Der eine ist, dass gerade jüngere Bewerber – egal, ob man sie nun als Digital Natives oder Generation Z tituliert – einen Arbeitsplatz erwarten, bei dem sie Technologien nutzen können, die sie aus ihrem privaten Alltag kennen.

Sich mit interessanten Menschen über organisatorische Grenzen und Organigramme hinweg zu vernetzten ist für sie ebenso normal wie der schnell, umstandslose Austausch von Wissen über Blogs, Wikis und Kurznachrichten und das Auffinden von Informationen. Wer Tools zur internen Vernetzung anbietet, erfüllt diese Anforderungen, auch wenn die Corporate-Version eines Facebooks im Einsatz ist und der Austausch von Firmenwissen und Einblicken aus dem Arbeitsalltag verständlicherweise nicht über die Server der Zuckerberg-Company organisiert wird. Wer gute Bedingungen für die Zusammenarbeit schafft und dabei die Nutzung zeitgemäßer Tools ermöglicht, hat es leichter, Mitarbeiter zu binden und zu halten als Unternehmen, die Arbeitsweisen aus dem letzten Jahrhundert als Benchmark definieren. „Wissensarbeiter erfahren aus ihrer Sicht zu wenig Unterstützung bei der Vernetzung mit anderen Wissensarbeitern über Unternehmensgrenzen hinweg“, warnen etwa die Personalberater von Hays. „Dabei sind Wissensarbeiter selbstbewusst und wechselbereit.“  www.wissensarbeiter-studie.de.

Weitere interessante Perspektiven ergeben sich auch bei dem Themen Talentmanagement und Re-Organisation von Teams. Die Kommunikation in mit Social Business-Lösungen vernetzten Unternehmen macht transparent, welche Talente in vielen Mitarbeitern schlummern und für was sie sich begeistern. Springt jemand auf das Thema Japan in einem Diskussions-Threat an? Oder hat jemand in seinem Mitarbeiter-Profil im internen Netzwerk unter der Rubrik Hobbies vielleicht „Asienreisen“ angegeben? So jemand kann ein interessanter Kandidat sein, wenn in einer Zweigstelle Fernost eine neue Position besetzt werden muss. Und man kann ihn und seine Leidenschaft – aus der sich vielleicht dann auch eine Leidenschaft für eine neue Aufgabe ergibt – identifizieren, auch wenn aus dem Organigramm oder der klassischen Personalakte nicht hervorgeht, dass dieser Mitarbeiter eine gute Besetzung sein könnte.

„Weiche“ Informationen wie etwa Interessen oder Wünsche können besser erkannt werden. Erstmals erfahren Unternehmen, was sie alles wissen und für welche Themen die Menschen brennen, die dort arbeiten. Wer mit diesem Hintergrund-Wissen Talente weiterentwickeln und Menschen für Aufgaben begeistern will, findet hier viele Hebel, mit denen er ansetzen kann.

Doch gerade beim Thema Interne Vernetzung und Zusammenarbeit sind die Widerstände in vielen Unternehmen groß. Ein O-Ton aus einem unserer Workshops mit Führungskräften: „Die, die am meisten an ihrem Blog schreiben, sind die ersten in der nächsten Entlassungsrunde.“ Nicht alle Führungskräfte sind von Vernetzungsprojekten, die Zusammenarbeit auf zukunftsfähige Art und Weise organisieren, begeistert, und nicht alle verstehen sofort ihr Potential.

Deswegen laden wir alle am Thema Digital Leadership Interessierten, die wissen wollen, wie man zeitgemäß führt, um so herzlicher ein, in diesem Jahr wieder von den besten Leadern in the Digital Age zu lernen. Exklusiv für die Leser der wollmilchsau verlosen wir zwei Plätze für die Verleihung des diesjährigen LIDA-Awards.

Weitere Chancen auf einen Platz eröffnen sich hier: Sagen Sie uns, warum Sie bei der Verleihung des LIDA-Award dabei sein sollten und wir tun, was wir können, um das möglich zu machen.”

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Für unsere Leser die an der Verlosung teilnehmen wollen gilt: Bitte schreibt als Kommentar, was einen Digital Leader aus Eurer Sicht ausmacht. Der Gewinner wird Freitag, 16:00 Uhr ausgelost und hier bekannt gegeben.

UPDATE: Martin Maas und Florian Schrodt, die glücklichen Gewinner mögen sich bei kirchner(at)atenta.de melden. 

Pic: ashisgett (CC BY 2.0)